Entwicklung der Energiepreise: Immer weiter nach oben?
Höhere Strom- und Heizkosten gehören mittlerweile für viele Eigenheimbesitzer:innen zum Alltag. Doch wie geht es weiter? Ist eine Entspannung in Sicht ist oder gehen die Preise immer noch nach oben? Wir werfen einen Blick auf die aktuelle Entwicklung der Energiekosten.
Energiekosten 2026: Preisrückgang setzt sich weiter fort
Laut Berechnungen des Statistischen Bundesamts waren die Energiepreise im Januar 2026 insgesamt 1,7 Prozent niedriger als im Januar 2025. Damit setzt sich der leichte Preisrückgang von 2025 weiter fort (-1,3 Prozent). Im Krisenjahr 2022 waren die Preise noch um 29,7 Prozent nach oben geschossen und auch 2023 um 5,3 Prozent gestiegen. Im Jahr 2024 sanken sie erstmals wieder (-3,2 Prozent) und halten sich seitdem auf einem hohen, leicht sinkenden Niveau.
Quelle: Statistisches Bundesamt (Destatis), Februar 2026
Wie entwickelten sich die Energiekosten von 2025 bis 2026?
Die Energiekosten für Haushalte sanken zwischen Januar 2025 und Januar 2026 insgesamt um 3,2 Prozent. Die einzelnen Energiepreise im Vorjahresvergleich in der Übersicht:
Leichtes Heizöl: -10,2 Prozent
Erdgas: -2,5 Prozent
Strom: -3,2 Prozent
Fernwärme: -0,8 Prozent
Warum sanken die Energiepreise?
Die Energiepreise sanken in Deutschland vor allem aufgrund von politischen Entlastungen. Anfang 2026 wurden die Netzentgelte gesenkt, wodurch sich der Strompreis verbilligte. Die Netzbetreiber erhielten einen Bundeszuschuss von 6,5 Milliarden Euro aus dem Klima- und Transformationsfonds (KTF) und gaben die Vergünstigungen an die Verbraucher:innen weiter.
Anfang des Jahres wurde zudem die Gasspeicherumlage abgeschafft. Dadurch sanken die Energiepreise für Gas und Fernwärme. Heizöl verbilligte sich durch die Preisentwicklung bei Mineralölprodukten, die trotz eines gestiegenen CO2-Preises für Ersparnisse sorgte.
Was sind die wichtigsten Treiber der Energiepreisentwicklung?
Strompreisentwicklung
Für Neukund:innen in Deutschland liegt der Strompreis laut dem Vergleichsportal Verivox aktuell bei durchschnittlich 24 Cent/kWh (Stand: 18.02.2026), bezogen auf einen Haushalt mit einem jährlichen Stromverbrauch von 4.000 kWh. Bestandsverträge eingerechnet, liegt der Durchschnittspreis derzeit bei 31,64 Cent/kWh. Innerhalb der letzten zehn Jahre ist der Strompreis damit um fast 15 Prozent angestiegen.
Zum 01. Januar 2026 gab es ein Entlastungspaket der Bundesregierung, um die hohen Netzentgelte zu senken. Die Netzentgelte waren zum Jahreswechsel 2023/2024 um rund 25 Prozent angestiegen und führten zu erheblich höheren Strompreisen. Die aktuellen Preissenkungen in Folge des Entlastungspakets fallen allerdings je nach Region sehr unterschiedlich aus. Bei einem Verbrauch von 4.000 kWh zahlen Haushalte in Hamburg 472 Euro, in Mecklenburg-Vorpommern und Bremen sind es dagegen unter 300 Euro.
Ein Hauptfaktor der Strompreisentwicklung sind die Großhandelspreise, die 2022 infolge des Ukraine-Kriegs massiv gestiegen sind. Insgesamt ist Strom seitdem wieder günstiger geworden, das Preisniveau liegt jedoch noch deutlich über dem Niveau vor der Energiekrise.
Der Übergang zu erneuerbaren Energien fordert Investitionen in die Infrastruktur, was die Energiepreise beeinflusst. Langfristig sorgt der Ausbau jedoch für mehr Stabilität auf dem Markt: Er verringert die Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen und mildert so künftige Preisschwankungen ab.
Der Strompreis ist auch eng mit fossilen Brennstoffen verbunden, da viele Kraftwerke Gas, Kohle oder Öl zur Stromerzeugung nutzen. Steigen die Preise für diese Brennstoffe, erhöht sich der Strompreis, da die Produktionskosten steigen.
Gaspreisentwicklung
Die Gaspreise für Neukund:innen liegen aktuell bei rund 8 Cent/kWh laut dem Vergleichsportal Verivox, basierend auf einem Haushalt mit einem jährlichen Gasverbrauch von 20.000 kWh (Stand: 18.02.2026). Bestandskund:innen mit eingerechnet, liegt der Durchschnittspreis bei 9,93 Cent/kWh.
Die Gaspreise sind vom Frühjahr 2025 bis 2026 leicht gesunken. Seit Beginn des Jahres 2026 ist die Gasspeicherumlage abgeschafft. Die erhofften Einsparungen fielen jedoch gering aus, da gleichzeitig die Netznutzungsentgelte ansteigen.
Aufgrund hoher internationaler Rohstoffpreise, niedriger Gasspeicherstände und der politischen Spannungen stiegen die Gaspreise 2021 und 2022 stark an. Insbesondere der Ukraine-Krieg und der Wegfall russischer Gaslieferungen sorgten für Unsicherheiten auf dem Markt. Das führte 2022 zu starken Preiserhöhungen von bis zu 57 Prozent.
Ab Oktober 2022 wurden zusätzliche Gasumlagen erhoben. Um die Haushalte zu entlasten, senkte die Regierung parallel dazu die Mehrwertsteuer auf Erdgas von 19 auf 7 Prozent. Zusätzliche Unterstützungen waren die Soforthilfe im Dezember 2022 und eine Gaspreisbremse für das Jahr 2023.
Im Jahr 2023 entspannte sich die Lage. Ein milder Winter und eine verbesserte Versorgungslage führten zu sinkenden Gaspreisen. Im April 2024 wurde der reguläre Mehrwertsteuersatz von 19 Prozent wieder eingeführt, was zu Preissteigerungen führte. Seitdem haben sich die Gaspreise stabilisiert, sind aber noch höher als vor der Energiekrise.
Die Gaspreise in Deutschland waren traditionell an die Ölpreise gekoppelt (Ölpreisbindung). Das brachte Preissicherheit, hatte aber auch Nachteile: Stiegen die Rohölpreise, so stiegen auch die Gaspreise (z. B. 2008). In den letzten Jahren hat sich das geändert. Gaspreiserhöhungen werden jetzt stärker durch interne Energiemärkte beeinflusst.
Seit 2021 sorgt der CO2-Preis für steigende Kosten bei fossilen Brennstoffen wie Gas oder Öl. Dieser Preisdruck wird in den kommenden Jahren weiter ansteigen.
Wie beeinflusst die CO2-Steuer die Energiepreise in Deutschland?
Die umgangssprachlich genannte CO2-Steuer ist der CO2-Preis, der für fossile Energieträger wie Benzin, Diesel, Heizöl und Erdgas gezahlt werden muss. Dadurch werden die Kosten für klimaschädliche Energie in Zukunft erheblich steigen, sodass die Umrüstung auf klimafreundliche Alternativen attraktiver wird.
Seit der Einführung der CO2-Besteuerung im Jahr 2021 wurde die Abgabe schrittweise von 25 auf 55 Euro pro Tonne im Jahr 2025 erhöht. Nur 2023 wurde die Erhöhung aufgrund der Energiekrise ausgesetzt. Seit 2026 schreibt das Brennstoffemissionshandelsgesetz einen Preiskorridor von 55 bis 65 Euro pro Tonne CO2 vor.
Ab 2027 erfolgt eine Umstellung der CO2-Bepreisung vom nationalen zum europäischen Emissionshandelssystem. Dadurch wird die Gestaltung des CO2-Preises vollständig marktabhängig sein. Expert:innen rechnen damit, dass der CO2-Preis bis 2045 auf über 300 Euro pro Tonne steigen kann.
Die Tabelle zeigt die Auswirkungen der CO2-Bepreisung auf die Heizkosten mit einer Gasheizung und einer Ölheizung. Zu sehen sind die jährlichen Mehrkosten für ein Einfamilienhaus mit 150 Quadratmeter und einem jährlichen Heizbedarf von 23.000 kWh.
* Im Vergleich zu einem Preis ohne CO2-Steuer in einem Einfamilienhaus mit 150 m² und einem Heizbedarf von 23.000 kWh/Jahr.
Welche Auswirkungen hat die Energiepreisentwicklung 2026?
Die Bundesregierung erhofft sich durch das Entlastungspaket, dass Haushalte 2026 etwa 160 Euro bei Strom und Gas sparen – bei einem jährlichen Stromverbrauch von 3.500 kWh und einem Gasverbrauch von 20.000 kWh. Nach Einschätzung von Finanztip ist 2026 mit einem Rückgang der Strompreise um etwa 7 Prozent zu rechnen. Es gibt aber Zweifel daran, dass die Vergünstigungen in dem Maße wirklich bei den Verbraucher:innen ankommen. Schließlich liegt es in der Hand der Netzbetreiber, inwieweit sie die niedrigeren Energiepreise weitergeben.
Insgesamt ist damit zu rechnen, dass die Energiepreise für Strom nicht auf das Niveau wie vor der Energiekrise zurückfallen. Der Strombedarf steigt langfristig durch den Ausbau der E-Mobilität und der zunehmenden Umrüstung auf Wärmepumpen. Die Stromnetze müssen weiter ausgebaut werden, was zu zusätzlichen Kosten führt.
Einen zunehmend wichtigen Faktor wird der CO2-Preis bei der Energiepreisentwicklung spielen. Im Jahr 2026 werden Mehrkosten zwischen 300 und 400 Euro für den CO2-Preis bei Heizöl und Erdgas erwartet. Vor allem Eigentümer:innen unsanierter Häuser mit einer Gas- oder Ölheizung werden in Zukunft von stark steigenden Energiepreisen betroffen sein. Aber auch gut sanierte Häuser müssen 2026 mit bis zu 100 Euro Mehrkosten für fossile Heizenergie rechnen.
Wie trägt der Ausbau erneuerbarer Energien zur Stabilisierung der Energiepreise bei?
Der Ausbau erneuerbarer Energien und die Erhöhung der Energieeffizienz sollen den Druck durch die hohen Preise fossiler Energien abmildern. Bis zum Jahr 2030 soll der Endenergieverbrauch um 24 Prozent gesenkt werden. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz will dieses Ziel unter anderem durch folgende Maßnahmen erreichen:
Anreize für Heizungsoptimierungen und den Einbau von Wärmepumpen
Verpflichtende Einbindung von mindestens 65 Prozent erneuerbarer Energien bei neu eingebauten Heizungen
Einführung einer bundesweit geltenden Solarpflicht auf Neubauten
Stärkere Vermieterbeteiligung bei der CO2-Abgabe für Wohngebäude mit schlechter Energiebilanz
Erhöhung des gesetzlichen Mindesteffizienzstandards im Neubau
Wie können sich Eigentümer:innen vor steigenden Energiepreisen schützen?
Eigentümer:innen können sich vor steigenden Energiepreisen schützen, indem sie auf alternative Heizsysteme ohne Öl oder Gas umsteigen, etwa auf Wärmepumpen. Außerdem ist es sinnvoll, den Strombedarf zum großen Teil mit einer eigenen Solaranlage zu decken. So machen Sie sich unabhängiger von Energiekonzernen, der CO2-Steuer und marktbedingten Preisschwankungen. Internationale Krisen wie der Ukraine-Krieg haben gezeigt, wie schnell Energiepreise steigen können, wenn Deutschland von Öl- und Gasimporten abhängig ist.
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Häufig gestellte Fragen
Was kostet Strom derzeit in Deutschland?
Der durchschnittliche Strompreis für Neukund:innen mit einem Jahresverbrauch von 4.000 kWh beträgt derzeit 24 Cent/kWh (Stand: 19.02.2026). Inklusive Bestandsverträgen liegt der Durchschnittspreis aktuell bei 31,64 Cent/kWh.
Warum sind die Strompreise in Deutschland so hoch?
Die hohen Strompreise in Deutschland resultieren aus Netzgebühren, staatlichen Abgaben, Investitionen in erneuerbare Energien, gestiegenen Großhandelspreisen durch Krisen und höheren Kosten für fossile Brennstoffe. Trotz eines Entlastungspakets 2026 bleiben die Preise über dem Niveau vor der Energiekrise.
Wie haben sich die Energiepreise zuletzt entwickelt?
Im Januar 2026 war Energie insgesamt 1,7 Prozent günstiger als im Vorjahresmonat. Die Preisänderungen für die einzelnen Energieprodukte sahen folgendermaßen aus:
Leichtes Heizöl: -10,2 Prozent
Erdgas: -2,5 Prozent
Strom: -3,2 Prozent
Fernwärme: -0,8 Prozent
Wie kann ich meine Energiekosten senken?
Verbraucher:innen können ihre Energiekosten senken, indem sie energieeffiziente Geräte nutzen, zu günstigeren Strom- und Gasanbietern wechseln und ihren Energieverbrauch überwachen. Außerdem ist es sinnvoll, in erneuerbare Energien und nachhaltige Technologien wie Solaranlagen und Wärmepumpen zu investieren, da dies langfristig die Kosten senkt und unabhängiger von steigenden Energiepreisen macht.